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Gefesselte Begierde

Von einem breiten Strahl des durch die hohe Fensterfronten hereinfallenden Mondlichts beschienen, erwartete sie ihn. Er schalte das Licht im Bad aus und kam mit einem Handtuch um die Hüften auf sie zu.
Vor dem Bett blieb er stehen und genoss die pure, elegante Befriedigung, die allein ihr Anblick ihm verschaffte. Ihr Haar hob sich dunkel gegen das weiße Kissen ab und umfloss ihr im milchigen Mondlicht blasses Gesicht. In der Dunkelheit wirkten ihre Augen noch tiefer und geheimnisvoller als am Tag.
Sie hieß ihn lächelnd willkommen.
Er versuchte erst gar nicht, den ihm fremden Hunger und die magische Anziehungskraft zu hinterfragen – er nahm es einfach als gegeben hin. So selbstverständlich wie die Tatsache, dass morgen wieder die Sonne aufgehen würde.
Er warf das Handtuch beiseite, zog die Decke zurück und blickte auf sie hinunter. Das Nachthemd reichte ihr knapp bis zu den Oberschenkeln. Vage konnte er den dunklen, einladenden Schatten zwischen ihren Beinen erkennen.
Langsam ließ er sich auf sie sinken und öffnete seine Sinne ganz weit, um den Augenblick in sich aufzusaugen. Die Welt um ihn herum nahm eine andere Dimension an. Er sah Farben, die keinen Namen hatten, hörte Geräusche, die ihm sonst verborgen blieben.
Seine Empfindungen steigerten sich. Die Hitze von Clares Körper trieb ihn an. Ihr Duft wirkte wie eine starke, erregende Droge. Doch mindestens ebenso berauschend war das Wissen, dass sie ihn nicht weniger begehrte als er sie.
Energie waberte in der Atmosphäre, umhüllte sie wie ein Mantel.

„Du spürst es auch, hast dich ganz geöffnet?“, fragte er und ließ sich neben sie sinken.
„Ja.“
„Dann weißt du, dass ich jetzt die Wahrheit sage. Clare, ich begehre dich über alle Maßen – und es würde mich wahnsinnig machen, wenn ich dich heute nicht haben könnte.“
„Jake.“
Sie schlang die Arme ganz fest um ihn, und ihre Nägel gruben sich in seinen Rücken. Ihm gefiel, das sie ihm ihr Zeichen aufdrückte. Auch er wollte heute seines auf ihr hinterlassen. Das Bedürfnis, sie an sich zu binden, sich ihr einzuprägen, war übermächtig. Er wünschte, dass sie ihn nie vergaß. Nichts zählte mehr außer ihrem Verlangen, das sie zueinander trieb.
Er ließ eine Hand ihre Seite entlanggleiten bis hinunter zum Saum des Nachthemds. Streichelte sie zärtlich, während er sie lang und tief küsste. Verräterische Feuchtigkeit zwischen ihren Beinen verriet ihm ihre wachsende Erregung.
Immer stärker wurde die Glut in ihm entfacht. Sein Körper sehnte sich nur noch danach, in diese enge, feuchte Hitze einzudringen, doch er zwang sich zur Geduld. Wollte abwarten, bis sie sich unter ihm drehte und wand und sich ihm ungeduldig entgegendrängte.
Dann war es soweit.
„Jetzt.“ Sie umklammerte ihm mit jagendem Atem. „Komm. Jetzt.“
Er rollte sich auf den Rücken und nahm sie mit sich. Als sie rittlings auf ihm saß, zog er ihr das Nachthemd über den Kopf und warf es neben das Bett. Dann umfasste er ihre Taille.
Warm pressten sich ihre Schenkel gegen ihn, und er wollte sie gerade auf sich heben, um in sie einzudringen, als sie überraschend die Stellung veränderte.